| Windows NT und PC/GEOS - Ein Trauerspiel |
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HINWEIS: Der folgende Text ist vor allem von historischer Bedeutung...
Bisher ließ sich aber immer ein Agreement finden, denn auch auf der murkeligsten Dienst-Festplatte fand sich ein Eckchen für den bescheidenen Platzbedarf von GEOS. Aber die Technik verändert sich, in immer mehr Unternehmen und Behörden wird jetzt Windooms NT eingesetzt. Und wer da sein geliebtes GEOS an der IT-Stelle vorbei auf die Client-Festplatte brachte, erlebte meist ein blaues Wunder. Das geliebte Alternativ-UI ließ sich nicht vernünftig zum Laufen bringen. Ich möchte hier meine Erfahrungen schildern, sie sind auch nicht DIE Lösung, aber immerhin doch vielleicht für einige GEOS-Anhänger hilfreich. Wer weitere Tipps hat, bitte bei den einschlägigen Foren melden!!!
Ich blieb weiter GEOS-Anwender, mein System war ja auch ordentlich konfiguriert, und die IT-Leute guckten mich weiter skeptisch an.
Der arme geplagte GEOS-User stand nun vor einer neuen Herausforderung, denn Pathworks benötigte so viel RAM, dass der Rest nicht mal für das sparsame GEOS ausreichte! Das konnte man mittels Boot-Manager umgehen, indem entweder mit oder ohne Netzanschluss gestartet wurde. Dafür reichte sogar der interne (so genannte) Boot-Manager von MS-Dose 6.22.
Dass es Probleme beim GEOS-Betrieb unter NT geben würde, war mir klar, darüber war ja schon viel zu hören gewesen. So stellte sich auch bei mir der weltweit bekannte Effekt ein, dass GEOS unter NT entweder überhaupt nicht oder aber bestenfalls im 640x480-Grafikmodus mit 16 Farben läuft. Mir ist bisher noch niemand begegnet, der eine bessere Auflösung zu Stande gebracht hätte. Jeder andere Grafiktreiber schmiert ab! Wobei dieser Fehler vielleicht gar nicht mal an NDO liegt, sondern eher an NT, denn ich vermute, dass die Informationen über die Grafikkarte nicht sauber zur DOS-Anwendung durchgereicht werden. Für alle, bei denen es gar nicht geht, hier der hilfreiche Eintrag für die GEOS.INI in der Sektion [system]:
[system]
fs = {
ms4.geo
ntfat.geo
cdrom.geo
}
Warum dieser Aufwand? Ganz einfach: Win 98 für alles, was kompatibel mit den Büro-Anwendungen, Verlagen etc. sein muss. Win 95, weil 98 Probleme mit dem Fax-Modus meines Modems hat. Novell DOS, weil NDO zwar problemlos unter Win 98 läuft, aber beim Drucken kommen sich beide Systeme gelegentlich in die Quere, weil Windooms einen Druckbefehl bemerkt, aber nicht weiß, woher der stammt, ihn deshalb für seinen eigenen hält und das nächste Datenpaket vom GEOS-Spooler anmeckert, weil es ja selbst angeblich gerade druckt. (Dieses Verhalten müssen sich die Win-Programmierer im Umkehrschluss bei gewissen dusseligen Vögeln abgeguckt haben, die zugucken, wie ihnen ein Ei aus dem Nest rollt und meinen, dass sie das nichts angeht. Man nennt diese Vögel auch Tölpel.) Naiv wie ich war, dachte ich, dass diese Konfiguration auch mit NT möglich wäre, denn der PTS-Boot-Manager taugt auch für NT. Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja, aber du hast nicht mit der Raffitücke deiner IT-Stelle gerechnet. Die hat nämlich einen Hardware-Bootmanager davor gesetzt, um Software-Updates zentral vom Server auf alle Clients schicken zu können. Warum das bei AOL auch ohne BootPROM funktioniert und warum bei uns im Hause noch nie das geringste Update über diese Funktion vorgenommen wurde, sind überaus defätistische Fragen und nur dazu gedacht, die IT-Stelle zu diskreditieren. Jedenfalls verhindert dieses Hardware-Teil den Einsatz jedes Software-Boot-Managers.
In dem Rechner steckte eine SCSI-Platte, also baute ich eine IDE-Platte zusätzlich ein, IDE-Anschlüsse waren ja genug frei, lediglich das CD-Laufwerk hing dran. Der Trick dabei ist, dass der BootPROM erst nach dem BIOS aktiv wird. Das BIOS aber entscheidet darüber, ob von Diskette, IDE-Festplatte, SCSI-Festplatte oder CD-ROM gebootet wird. Wenn ich jetzt also zwischen den Systemen wechseln will, muss ich eben das BIOS als Boot-Manager benutzen. Klappt hervorragend.
Der Einsatz des Boot-Managers ist simpel. Von Diskette gebootet, findet er das vorhandene Betriebssystem, sichert Bootsektor und Systemdateien und drängt sich dann selbst in den Bootsektor. Beim nächsten Start hat man die Auswahl zwischen dem ursprünglich vorhandenen Betriebssystem, einer Sparversion von Russen-DOS oder einem Diskettenboot mit neuem Betriebssystem. Das neue System lässt sich ganz normal über das vorhandene installieren, beim nächsten Start bemerkt der Boot-Manager die Veränderung, registriert das weitere Betriebssystem und stellt es künftig ebenfalls zur Auswahl. Ich habe mich schon mit verschiedenen Boot-Managern beschäftigt, aber das ist wirklich der simpelste und sicherste. Beim Erst-Installieren ist allerdings eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten, denn wer Win 98 als OEM-Version mit einem Rechner erworben hat (und wer hat das nicht) bekommt sonst Schwierigkeiten. Die OEM-Versionen enthalten nämlich eine Prüfung, ob schon ein Betriebssystem auf den vorgefundenen Partitionen drauf ist. Wird das Setup fündig, verweigert es die weitere Installation, denn es ist ja laut Lizenz nur zur Installation auf einem jungfräulichen Rechner bestimmt. Diese Gemeinheit umgeht man, indem Win 98 als erstes Betriebssystem auf einer leeren Partition installiert wird und die anderen erst hinterher, denn die haben keine solchen Berührungsängste und Alleinvertretungsansprüche. (Vielleicht sollte man Win98-OEM in 'Hallstein' umbenennen.) Wer 98-OEM nachinstallieren möchte, kann das Problem aber auch dadurch umgehen, dass die anderen Systeme auf eine versteckte Partition oder auf ZIP oder CD gesichert werden, dann Festplatte putzen, 'Hallstein' installieren, alles wieder zurück kopieren und booten; den Rest machen die Russen. G.O.Tuhls
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